Entspannt mit Hund ins neue Jahr


Dein Hund hat Angst, wenn es draußen knallt und die Silvesterraketen in die Luft zischen?
Er läuft unruhig in der Wohnung umher, hechelt, zittert oder versteckt sich sogar?


Fange frühzeitig mit dem Training an und ihr könnt entspannt(er) den Jahreswechsel genießen.



Bereits jetzt solltest du beginnen, deinem Hund in dezenter Lautstärke täglich ein Geräusch vorzuspielen, das KEINE Ähnlichkeit mit einem Feuerwerk hat. Wähle ein Geräusch, das deinem Hund keine Angst macht. Es gibt eine Reihe guter Videos bei Youtube.
Achte darauf, dass das Geräusch nicht von dir oder einem anderen Menschen ausgeht, d.h. wenn du es mit deinem Smartphone abspielst, positioniere einen Lautsprecher an einer anderen Stelle als du selber stehst bzw. der Mensch, der das Handy bedient.
Während das Geräusch-Video abgespielt wird, wirfst du mit ganz besonders guten Leckerlis, die dein Hund einsammeln darf.
Das Geräusch wird nur für etwa 5 Sekunden abgespielt, dann wieder Ruhe und du hörst auf zu füttern.
Nach 5-10 Sekunden startest du das Geräusch erneut – wieder füttern usw.
Insgesamt darf die Trainingseinheit nicht länger als 3 Minuten dauern.

Achtung: Du wirfst nicht weit, sondern max. 1 Meter und du wirfst niemals in Richtung Geräuschquelle, sondern immer weg davon! Neigt dein Hund zu Fluchtverhalten, gibst du ihm die Leckerlis bei dir aus der Hand.

Der Hund sollte eine Sicherheitszone innerhalb der Wohnung haben, in die er sich zurückziehen kann und in der er sich so richtig wohl fühlt. In diese Sicherheitszone kann dann die Belohnung geworfen werden, damit der Hund lernt, sich beim Feuerwerk (und natürlich auch in allen anderen Situationen, die er spooky findet) dahin zurückzuziehen.
Wenn dein Hund nicht so auf Leckerlis steht, kannst du auch ein tolles Spiel mit ihm starten, seine Lieblingstricks abfragen oder ihm eine Wellnessmassage gönnen.
Überlege, was dein Hund am liebsten mag und genau das bietest du ihm an sobald das Geräusch zu hören ist.
Wiederhole das 3 x täglich und sorge dafür, dass dein Hund zwischendrin Spaß hat und es ihm gut geht.
Steigere langsam die Lautstärke des Geräuschs. Wenn dein Hund bei Ertönen des Geräuschs zwar in die Richtung schaut, aber ansonsten noch ganz entspannt ist, hast du genau die richtige Lautstärke gewählt.
Erst, wenn dein Hund auch bei hoher Lautstärke kein Angstverhalten zeigt, wählst du ein Geräusch, das dem Feuerwerk ein bisschen ähnlicher ist (z.B. erst einen Specht beim Klopfen, dann eine Waschmaschine, dann einen Motor, dann Baustellengeräusche usw.)

Mit jedem neuen Geräusch beginnst du erneut auf niedriger Lautstärke, genauso wie du es mit dem Geräusch zuvor gemacht hast.
So wird nach und nach das Geräusch dem Feuerwerk immer ähnlicher bis du letztendlich auch das Feuerwerk abspielen kannst ohne dass dein Hund gestresst ist oder Angst bekommt.
Wichtig: Du steigerst immer erst die Lautstärke und die Dauer des Geräusches bis du zu dem nächsten Geräusch übergehst!

Etabliere Spiel- und Entspannungsinseln auf deiner Gassirunde.
Das bedeutet: Wähle festgelegte Punkte auf eurer Gassistrecke, an denen du immer die gleiche Aktivität anbietest, wie z.B. Futtersuche, Ballspiele, Zerrspiele, Dummysuche, Entspannungsmassage oder was dein Hund sonst noch sehr großartig findet). Sollte es passieren, dass dein Hund trotz aller Sicherheitsmaßnahmen beim Spaziergang aufgrund eines Böllers erschrickt und flüchtet, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er zu einer dieser beliebten Inseln läuft.

Was rundherum noch wichtig ist

Überlege, welchen Stressoren dein Hund ausgesetzt ist. Das kann z.B. das Alleinsein, Hundebegegnungen, Veränderungen in der Tagesstruktur oder im Umgang mit ihm sein, neue Einrichtungsgegenstände oder ein neues Familienmitglied und vieles mehr.
Auch in der Jugendentwicklung ist der Hund besonderem Stress ausgesetzt oder bei Krankheit.
Sorge dafür, dass dein Hund während des Spaziergangs viel schnüffeln kann. Warte geduldig bis er eine Schnüffelstelle ausgiebig untersucht hat bevor du weitergehst.
Übe mit ihm immer wieder das STOP-Signal und den Rückruf. Je freudiger und zuverlässiger diese Signale vom Hund ausgeführt werden, umso größer ist die Chance, dass sie auch im Fluchtverhalten von ihm noch umgesetzt werden können

Kurz vor Silvester hast du auch noch Möglichkeiten

Bereits eine Woche vor Silvester und auch noch Tage danach werden vereinzelt schon Böller draußen gezündet.
Wenn dein Hund einen solchen Böller hört (auch in großer Entfernung), gibt es ein freudiges „Hui, ein Böller“ von dir und eine tolle Belohnung für deinen Hund.
Zur Belohnung:
Auf keinen Fall geeignet sind trockene, harte Kekse oder gar das übliche Hundefutter.
Die Belohnung muss unfassbar gut und abartig viel sein! Dem Hund müssen quasi die Augen „aus dem Kopf kommen“ vor Begeisterung, wenn er die Belohnung sieht.
Achte auf jeden Fall darauf, dass dein Hund beim Spazierengehen gut mit Leine und Brustgeschirr gesichert ist, nutze ggf. ein Sicherheitsgeschirr.
Auch Hunde, die bisher keine Angst vor Knallern hatten, können sich dermaßen erschrecken, dass sie zu flüchten versuchen.
Schaffe deinem Hund die Möglichkeit sich zu lösen ohne spazieren gehen zu müssen. Sehr ängstliche Hunde haben die Angst vor dem Knall schnell mit dem Gassigehen verknüpft. Zur Not biete ihm eine Welpentoilette im Haus an bis die Knallerei vorbei ist.

Wenn es dann losgeht helfen noch diese Maßnahmen:


Lasse deinen Hund an Silvester nicht allein!
Er braucht deine Nähe und Unterstützung, wenn das Feuerwerk losgeht.
Wenn es dann um Mitternacht soweit ist und die Raketen durch die Nacht pfeifen, wirfst du wieder mit Leckerlis oder startest euer Spiel oder machst, was dein Hund besonders gern mag. Du hast es ja die letzten Monate mit ihm geübt und er wird dich möglicherweise schon erwartungsvoll anschauen sobald er den ersten Knall draußen hört.
Sollte dein Hund trotz intensiven Trainings weiterhin Angst bei Knallern haben, kann ihm etwas Eierlikör über die Silvesternacht hinweghelfen.
Hierzu solltest du unbedingt den Blogbeitrag von Tierarzt Ralph Rückert lesen. Einfach bei Google „Ralph Rueckert Silvester“ eingeben.
Du kannst deinem Hund als Gehörschutz einen Schal oder ein Halstuch um die Ohren legen, das solltest du jedoch vorher mit ihm geübt haben, damit es ihm nicht unangenehm ist.
Hast du keine Sicherheitszone für deinen Hund, überlege, welche Räumlichkeit die geringste Fensterfläche hat und biete ihm an, sich dorthin zurückzuziehen (z.B. Badezimmer)
Dennoch ist es wichtig, dass du bei deinem Hund bist und ihm beistehst.

Trösten ist ausdrücklich erlaubt und erwünscht!

Die weitverbreitete Aussage, man könne damit die Angst des Hundes verstärken, ist eindeutig wissenschaftlich widerlegt. Vermittle deinem Hund, dass du seine Ängste erkennst und ernst nimmst und bleibe selbst ganz gelassen und optimistisch.

Bei einem extrem ängstlichen Hund hast du auch die Möglichkeit, dich rechtzeitig vor Mitternacht mit ihm ins Auto zu setzen und weit aufs Land rauszufahren. Besonders eignen sich hierfür Autobahnen. So seid ihr einigermaßen abseits von der Knallerei und dein Hund bekommt entsprechend weniger davon mit.
Das macht natürlich keinen Sinn bei einem Hund, der Angst vorm Autofahren hat.
Oder ihr plant über die Feiertage einen schönen Urlaub an einem Ort, an dem nicht (oder nicht so viel) geböllert wird. Da diese Orte jedoch sehr begehrt sind, muss das rechtzeitig gebucht werden.

Grundsätzlich solltest du im Haus die Rollos herunterlassen, den Fernseher oder schöne Musik etwas lauter stellen (Achtung beim Fernseher, auch hier wird Feuerwerk gesendet) und dem Hund immer die Möglichkeit geben, sich zurückzuziehen.
Sollte dein Hund extrem panisch auf die Knallerei reagieren, kann die Verabreichung von Beruhigungsmitteln notwendig sein. Doch Vorsicht: Es gibt Medikamente mit dem Wirkstoff Acepromacin, die den Hund in keinster Weise beruhigen oder ihre Angst lösen, sondern lediglich bewegungsunfähig machen. Sprich deshalb auf jeden Fall mit dem Tierarzt deines Vertrauens darüber, welches Medikament für deinen Hund sinnvoll ist.
ABER: Medikamente ersetzen kein Training! Doch sie erleichtern es enorm.



Solltest du Unterstützung bei der Umsetzung des Trainings wünschen, ruf mich einfach an oder schreibe mir eine E-Mail. Wir vereinbaren dann zeitnah einen Termin.



Auch wenn dein Hund große Angst vor Knallerei hat: Wenn du frühzeitig mit dem Training beginnst, kannst du zumindest dafür sorgen, dass Silvester nicht mehr so unerträglich für ihn wird.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen entspannten Jahreswechsel.
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